Die Hope Union Trail-Pedale sind ein Geheimtipp bei uns im ENDURO-Office. Sie bieten ihr eigenes Klicksystem, unzählige Einstellmöglichkeiten und sind Hope-typisch in vielen Eloxalfarben erhältlich. Reicht das, um sich im Vergleichstest gegen fünf andere Klickpedale durchzusetzen?

Preis 185,00 € | Gewicht pro Paar 434 g | System Hope | Float 4°/5°| Auslösewinkel 12°/13° |
Q-Faktor 55 mm | Hersteller-Website

Öffnet man die Box, in der die Hope Union Trail-Pedale verpackt sind, wird sich niemand wundern, dass einem direkt zwei ebenso schicke wie robust wirkende Teile britischer Fräskunst anlachen. Man hat die Wahl zwischen zwei mitgelieferten Cleats: 4° Float mit 12° Auslösewinkel oder 5° Float mit 13° Auslösewinkel. Egal, welches der beiden man wählt, man muss zuerst die Tiefe seiner Cleat-Box mit der mitgelieferten Schablone bestimmen, um dann zu wissen, welchen der beiden enthaltenen Plastik-Spacern man unter die Cleats anbringt. Hier wird also das richtige Zusammenspiel von Schuh und Pedal direkt priorisiert. Nice! Die Pedale wiegen 434 g und haben auf jeder Seite vier Pins angebracht. Die Höhe der Pins kann über Unterlegscheiben angepasst werden, man kann sie aber natürlich auch ganz herausschrauben. Da sie von unten eingeschraubt sind, lassen sie sich im Falle einer Beschädigung außerdem leicht entfernen. Der Klick-Mechanismus der 185 € teuren Pedale ist beidseitig gefedert und die Federspannung lässt sich über eine kleine Schraube stufenlos einstellen. Hope bietet Pedale mit dem gleichen Klick-Mechanismus auch für den Cross-Country- und Downhill-Einsatz an.

Die Cleat-Höhe lässt sich individuell einstellen und man hat einen sehr guten Stand auf der Pedalfläche.
Die Federspannung lässt sich stufenlos mit dieser Schraube einstellen.

Das Hope Union Trail Pedal auf dem Trail

Einklicken in die Hope funktioniert einfach und intuitiv: Man spürt eindeutig, wann man in dem Pedal eingerastet ist. Das fühlt sich zunächst sehr ähnlich an wie bei den Shimanos, allerdings kann man durch den doppelt gefederten Mechanismus sowohl von hinten als auch von oben einklicken und der ganze Vorgang fühlt sich bei den Union Trail weniger eckig an. Somit kann man auch während der Fahrt ohne große Probleme wieder einklicken. Ist man eingeklickt, kann man den Fuß im Rahmen des Float ohne Widerstand bewegen, es fühlt sich allerdings nicht so frei an wie bei den superloosen Crankbrothers. Die Hope geben dafür deutliches Feedback, wenn man in den Klick-Mechanismus reinkommt – wie stark dieser Widerstand ist, hängt von der eingestellten Federspannung ab. Durch die an den Schuh angepasste Cleat-Höhe hat man eine gute Auflage auf den robusten Alu-Käfig, zudem kann man den Halt auf dem Pedal durch die einstellbare Pin-Höhe anpassen. So steht man auch ausgeklickt auf den Union Trail sicher. Der Unterschied der beiden mitgelieferten Cleats ist allerdings mit nur einem Grad sehr gering und auf dem Trail kaum spürbar. Die Selbstreinigung ist durch die offene Bauweise okay, unter dem vorderen Bügel können sich jedoch, ähnlich wie bei Shimano, Dreck, Steinchen oder kleine Äste verfangen, was das Einklicken dann erschwert. Sowohl die Cleats als auch die Bügel sind aus Stahl und zusammen mit der gleichen Lagerung und Dichtung, die uns bereits am Flat-Pedal überzeugt hat, laufen die Union Trail-Pedale über den kompletten Testzeitraum ohne jegliche Anzeichen von Altersschwäche.


Die Hope Union Trail-Pedale sehen nicht nur schick aus, sie liefern auch auf dem Trail ordentlich ab! Neben zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten bieten sie einen sehr guten Stand auf dem Pedalkörper. Der Unterschied zwischen den beiden Cleats ist nicht riesig und auch die Selbstreinigung ist nicht die beste. Aber das Klick-Gefühl, das die Union Trail bieten, ist phänomenal. Sie schaffen es, genau die richtige Balance zwischen definiert und frei zu finden und sichern sich somit den Testsieg!

Tops

  • definiertes, dennoch freies Klick-Gefühl
  • sehr guter Stand auf dem Pedalkörper
  • viele Einstellmöglichkeiten
  • starke Haltbarkeit

Flops

  • Unterschied der beiden Cleats sehr gering
  • nicht die beste Selbstreinigung

Mehr Informationen findet ihr unter hopetech.com.


Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Die besten Pedale für Mountainbiker

Alle Pedale im Test: Acros Klickpedal | Crankbrothers Mallet E LS | Hope Union | HT T2 | Shimano XT PD-M8120 | TIME SPECIALE 12 | Chromag Dagga | Crankbrothers Stamp 7 |
Hope F22 | Look Trail Fusion | Nukeproof Horizon Pro Sam Hill | OneUp Composite Pedal | Race Face Atlas | Sixpack Kamikaze RA | SQ Lab 50X | Tatze Link Composite |


Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde es uns sehr freuen, wenn auch du uns als Supporter mit einem monatlichen Beitrag unterstützt. Als ENDURO-Supporter sicherst du dem hochwertigen Bike-Journalismus eine nachhaltige Zukunft und sorgst dafür, das die Mountainbike-Welt auch weiter ein kostenloses und unabhängiges Leitmedium hat. Jetzt Supporter werden!

Text & Fotos: Simon Kohler

Über den Autor

Simon Kohler

Simon liebt Geschwindigkeit. Als Downhill Skater ist er lange Zeit Rennen gefahren und mit seinem Longboard Alpenpässe runtergeknallt. Inzwischen hat er vier gegen zwei Reifen eingetauscht und heizt jetzt mit seinem Mountainbike auf Trails und Bikepark Lines. Bei verschiedensten Roadtrips durch die Alpen hat er seither einige der feinsten Trails Europas ausgekostet. Da er einige Zeit in Österreich gelebt hat, kennt er zudem die lokalen Bikeparks wie seine Westentasche. Durch sein Ingenieurstudium und seine Liebe zum Detail ist er ein echter Technik-Nerd und testet jetzt als Redakteur die aktuellsten Bikes und Parts auf Herz und Nieren. Als Frühaufsteher und selbsterklärter Müsli-Connaisseur lebt er sein Leben frei nach dem Motto „Powered by Oats. And also Legs.“