Die Crankbrothers Mallet sind ohne Frage eine der beliebtesten Klickpedale bei Mountainbikern und unzählige Downhill- und Enduroprofis vertrauen auf die Pedale der Kalifornier. Auch in unserem letzten Pedaltest konnte das Mallet die Tester überzeugen und hat sich den Sieg ergattert. Kann es auch in diesem Vergleichstest abräumen?

Preis 179,99 € | Gewicht pro Paar 428 g | System Crankbrothers | Float 0°/6°| Auslösewinkel 10°/15° | Q-Faktor 57 mm | Hersteller-Website

Crankbrothers setzt bei allen Pedalen auf ein eigenes Klick-System. Das Mallet E LS ist dabei die Enduro-Variante, die mit einer breiteren Spindel (= Achse) ausgestattet wurde und somit einen breiten 57 mm Q-Faktor bietet. Der Klick-Mechanismus besteht aus einer Feder, die sich frei um die Pedalachse drehen kann und über vier Bügel verfügt. Diese Bügel sind somit beidseitig gefedert und ermöglichen einen Eintritt von hinten oder von oben. Als einziges Pedal im Test ist die Änderung der Federspannung – und somit der Ein- und Ausklick-Kraft – hier nicht möglich. Abgesehen davon bieten die 428 g schweren Mallet E LS eine Fülle an Einstellmöglichkeiten. Es gibt vier verschiedene Cleats mit 0° oder 6° Float und 10° oder 15° Auslösewinkel. Die mitgelieferten Cleats haben bei beidem die größeren Winkel. Für Trailfahrer würden wir in jedem Fall 6° Float empfehlen. Die Cleats mit 10° Auslösewinkel stellen dabei eine interessante Option für Klick-Einsteiger dar, die sich ein erleichtertes Ausklick-Verhalten wünschen. Eine weitere Anpassungsmöglichkeit, die außer dem Mallet E LS kein Pedal im Test bietet, ist die Anpassung der Höhe der seitlichen Standfläche durch die austauschbaren Traction Pads. Zwei verschiedene Höhen sind im Lieferumfang enthalten. Zudem kann man die Kontaktfläche von Schuh und Pedal mit 6 Pins anpassen – so viele wie bei keinem anderen Pedal im Test. Standardmäßig sind 8 mm lange Schrauben verbaut, es werden aber auch 10 mm lange mitgeliefert. Da diese allerdings alle von oben eingeschraubt sind, ist es schwierig, die Höhe der Pins zu ändern, wenn sie dreckig oder beschädigt werden. All diese Features bringen die Mallet E LS auf einen Preis von 179,99 €.

Die Feder in der Mitte der Pedale ist frei drehbar. Dadurch hat Matsch keine Chance, sich hier festzusetzen.
Die Standfläche der Mallet E LS ist über die Höhe der Pins und der Traction Pads anpassbar.

Das Crankbrothers Mallet E LS Pedal auf dem Trail

Das Ein- und Ausklick-Gefühl der Crankbrothers ist sehr weich, man könnte es auch als undefiniert beschreiben. Die Cleats sind aus Messing und nutzen sich daher recht schnell ab. Wenn sie etwas gebraucht sind, wird das Gefühl noch schwammiger. Zudem gibt es kein starkes Feedback beim Einklicken, weshalb man manchmal nicht so genau weiß, ob man jetzt eingeklickt ist oder nicht. Dieses Gefühl wird durch den freien, unrestriktierten Float zusätzlich erhöht. Selbst wenn man fest mit dem Pedal verbunden ist, kann man seinen Fuß noch frei bewegen. Da man die Federspannung nicht ändern kann, ist Feintuning des Klick-Gefühls auf dem Trail jedoch nicht möglich. Und auch wenn man die Cleats tauscht, ändert sich nicht die Klick-Kraft, sondern nur die Winkel. Das heißt aber keineswegs, dass das Mallet ein schlechtes Pedal ist. Denn genau dieses freie Gefühl – trotz der festen Verbindung zwischen Fahrer und Pedal – ist es, was viele Fahrer an den Crankbrothers schätzen. Denn auch wenn das Gefühl im Pedal etwas weich ist, so ist die Verbindung doch superfest und solange man seinen Fuß nicht verdreht, bleibt man bombensicher an Ort und Stelle stehen. Abgerundet wird das mit einem robusten Alu-Käfig, der auch den ein oder anderen Aufsetzer verkraften kann, und den Pins, durch die man auch ausgeklickt für ein paar Meter fahren kann, ohne komplett haltlos auf dem Pedal hin- und herzurutschen. Zudem bieten die Pedale durch die rotierende Feder eine exzellente Selbstreinigung.


Crankbrothers-Pedale bieten ein Klick-Gefühl wie kein anderes Pedal im Test. Man kann seinen Fuß im Rahmen des Floats frei bewegen und auch wenn man sicher mit dem Pedal verbunden ist, hat man somit viel Bewegungsfreiheit. Durch die drehbare Feder und die große freie Fläche haben die Pedale zudem eine super Selbstreinigung. Allerdings ist die Federhärte nicht einstellbar und das Klick-Gefühl ist für manche zu schwammig. Zudem nutzen sich die weichen Messing-Cleats schnell ab.

Tops

  • viele Individualisierungsmöglichkeiten
  • freies Float-Gefühl mit gutem Halt
  • sehr starke Selbstreinigung

Flops

  • Federhärte nicht verstellbar
  • Cleats nutzen sich schnell ab
  • wenig definiertes Einklick-Gefühl

Mehr Informationen findet ihr unter crankbrothers.com.


Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Die besten Pedale für Mountainbiker

Alle Pedale im Test: Acros Klickpedal | Crankbrothers Mallet E LS | Hope Union | HT T2 | Shimano XT PD-M8120 | TIME SPECIALE 12 | Chromag Dagga | Crankbrothers Stamp 7 |
Hope F22 | Look Trail Fusion | Nukeproof Horizon Pro Sam Hill | OneUp Composite Pedal | Race Face Atlas | Sixpack Kamikaze RA | SQ Lab 50X | Tatze Link Composite |


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Text: Simon Kohler Fotos: Jan Richter

Über den Autor

Simon Kohler

Simon liebt Geschwindigkeit. Als Downhill Skater ist er lange Zeit Rennen gefahren und mit seinem Longboard Alpenpässe runtergeknallt. Inzwischen hat er vier gegen zwei Reifen eingetauscht und heizt jetzt mit seinem Mountainbike auf Trails und Bikepark Lines. Bei verschiedensten Roadtrips durch die Alpen hat er seither einige der feinsten Trails Europas ausgekostet. Da er einige Zeit in Österreich gelebt hat, kennt er zudem die lokalen Bikeparks wie seine Westentasche. Durch sein Ingenieurstudium und seine Liebe zum Detail ist er ein echter Technik-Nerd und testet jetzt als Redakteur die aktuellsten Bikes und Parts auf Herz und Nieren. Als Frühaufsteher und selbsterklärter Müsli-Connaisseur lebt er sein Leben frei nach dem Motto „Powered by Oats. And also Legs.“